G Einkommen

Indikator

G9

Kollektivvertragslöhne

Gleichstellungsziel 3

Geschlechtergerechte Arbeitsbewertung

Zur Beobachtung der Entwicklung von kollektivvertraglich geregelten Mindestlöhnen wurden im Wiener Gleichstellungsmonitor 2013 vier exemplarische Berufspaare ausgewählt, in denen jeweils der Mindestlohn eines frauendominierten Berufs jenem eines männerdominierten Berufs mit ähnlichem Qualifikationsniveau gegenübergestellt wurde. Dafür wurden zwei Berufspaare aus den zehn von Frauen und Männern am häufigsten absolvierten Lehrberufen ausgewählt, nämlich I: FriseurIn und PerückmacherIn versus ElektroinstallateurIn als Berufspaar, bei dem schon bei der Lehrlingsentschädigung ein großer Einkommensunterschied besteht, sowie II: Pharmazeutisch-kaufmännische AssistentIn versus KraftfahrzeugmechanikerIn, die eine ähnlich hohe Lehrlingsentschädigung aufweisen. Zudem wurden zwei Berufspaare mit niedrigem Qualifikationsniveau ergänzt, d.s. III: Reinigungskraft versus Hilfskraft auf dem Bau sowie IV KindergartenassistentIn versus Betriebsfeuerwehrfrau/-mann.

Die größten Unterschiede der kollektivvertraglichen Mindestlöhne bestehen mit 45% zwischen FriseurIn und ElektroinstallateurIn, also jenen frauendominierten und männerdominierten Lehrberufen, die auch schon bei der Lehrlingsentschädigung der zehn am häufigsten gewählten Berufe die größte Spreizung zeigen. Doch ebenso beim Berufspaar II Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz und Kraftfahrzeugmechanik, bei dem die Lehrlingsentschädigung ähnlich hoch ist, unterscheidet sich der Kollektivvertragslohn mit 23% erheblich. Ähnlich hoch fallen die Bruttostundenlöhne bei Reinigungskräften und BauhilfsarbeiterInnen aus, jedoch sind die Einkommensunterschiede auf Basis kollektivvertraglicher Mindestlöhne mit 28% noch höher. Lediglich beim vierten Paar gleichen sich die Löhne beinahe. In den Kollektivverträgen vorgesehene Zulagen werden allerdings nicht berücksichtigt, würden aber die Unterschiede noch verstärken.

Gegenüber 2013 sind die Lehrlingsentschädigungen im dritten Lehrjahr meist um 4% oder 5% gestiegen. Ausnahmen stellen FriseurInnen und PerückenmacherInnen mit einer Erhöhung um 15% dar, Köchinnen/Köche und Restaurantfachkräfte (jeweils +9%) sowie pharmazeutisch-kaufmännische AssistentInnen und ElektrotechnikerInnen (jeweils +8%). D.h., mit der überproportionalen Erhöhung bei den FriseurInnen und PerückenmacherInnen erfolgt eine leichte Annäherung dieses gering entlohn-ten Berufs. Die anderen überproportionalen Erhöhungen betreffen hingegen Lehrberufe, die bereits höher entlohnt werden oder im Gastgewerbe schwer besetzt werden können.

Gleichstellungsziel 3

Geschlechtergerechte Arbeitsbewertung

Anmerkung 5

Um das Haushaltseinkommen unterschiedlicher Haushaltstypen vergleichbar zu machen, wird das äquivalisierte Einkommen berechnet, indem das Haushaltseinkommen durch die Summe der Personengewichte im Haushalt dividiert wird, wobei die erste Person mit 1,0 gewichtet wird, jede weitere Person mit 0,5 und Kinder unter 14 Jahren mit 0,3.

Anmerkung 6

Haushalte mit Pensionsbezug sind Haushalte, in denen zumindest eine Person eine (Alters-)Pension bezieht.