I Wohnen und öffentlicher Raum

Indikator

I3

Prekäre Wohnformen

Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Gleichstellungsziel 1

Zugang zu leistbarem und sicherem Wohnraum

Befristung und Überbelag nach Haushaltstyp in Prozent (2015)Rund ein Sechstel der WienerInnen lebt in Wohnungen mit befristeten Mietverträgen und rund ein Fünftel in überbelegten Wohnungen. In beiden Fällen sind Männer etwas häufiger davon betroffen als Frauen. Da Geschlechterkonstellationen jedoch von Haushaltskonstellationen überlagert werden, liefert eine Betrachtung nach Haushaltstypen näheren Aufschluss.

Alleinlebende weisen am häufigsten befristete Mietverhältnisse auf. In diesen Ein-Personen-Haushalten leben überwiegend Frauen, die somit stärker von prekären Mietverhältnissen betroffen sind. Eine weitere Risikogruppe stellen Paare mit bis zu zwei Kindern dar. Wohnraumknappheit betrifft dagegen vor allem Paare mit mehreren Kindern. Rund zwei Drittel der Paarhaushalte mit drei oder mehreren Kindern leben in beengten Wohnverhältnissen. Ein-Personen-Haushalte und Paare ohne Kinder sind dagegen kaum von Überbelag betroffen.

Gegenüber 2012 leben Frauen nun häufiger in prekären Wohnsituationen. Der Frauenanteil in befristeten Mietverhältnissen ist um 1%-Punkt und jener in überbelegten Wohnungen um 3%-Punkte gestiegen. Die Betroffenheit von knappem Wohnraum hat bei Frauen stärker zugenommen als bei Männern. Dies liegt daran, dass nun insbesondere mehr Familien mit Kindern und AlleinerzieherInnen in überlegten Wohnungen leben, die verstärkt Frauen als Männer betreffen.

Die Betroffenheit von unsicheren Mietverhältnissen sowie knappem Wohnraum ist unter WienerInnen mit Migrationshintergrund deutlich höher. Am häufigsten leben WienerInnen der ersten Zuwanderungsgeneration in befristeten Mietverhältnissen. WienerInnen der zweiten Generation, die im Vergleich zur ersten Generation deutlich häufiger Kinder haben, sind dagegen in besonderem Ausmaß von Überbelag betroffen.

Besonders häufig leben alleinlebende MigrantInnen in befristeten Mietverhältnissen, während von einem zu knappen Wohnraum nahezu rund neun von zehn MigrantInnen in Paarhaushalten mit drei oder mehr Kindern betroffen sind.

Gleichstellungsziel 1

Zugang zu leistbarem und sicherem Wohnraum

Anmerkung 1

Laut EU-SILC 2015 liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei rund Euro 13.956 (netto) pro Jahr bzw. Euro 1.163,- pro Monat für einen Einpersonenhaushalt.