K Gewalt

Indikator

K2

Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung

Gleichstellungsziel 2

Senken von Gewalt gegen Mädchen und Frauen

2015 wurden in Wien 316 Vergewaltigungen (§201), 72 geschlechtliche Nötigugen (§202) und 31 Fälle von sexuellem Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch be-einträchtigten Person (§205) [Anm.1] angezeigt. Der Frauenanteil der Opfer von Vergewaltigungen liegt bei 96%, beim Delikt der geschlechtlichen Nötigung sogar bei 99%; zu 81% werden Frauen zu Opfern von sexuellem Missbrauch nach §205. Für alle drei Straftaten sind Frauen nur zu einem sehr geringen Anteil Täterinnen (1% bis 4%).

2015 stehen 41% der Vergewaltigungsopfer in einem Bekanntschaftsverhältnis zu den TäterInnen, gefolgt von Familienbeziehungen mit Hausgemeinschaft (23%). Beim Tatbestand geschlechtlicher Nötigung sieht dies ähnlich aus, Bekannte sind hier zu 51% TäterInnen. Beim Tatbestand sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person sind die wenigsten Taten von Familienmitgliedern verübt worden (jeweils 4% mit oder ohne Hausgemeinschaft), meist sind hier TäterInnen in Bekanntschaftsverhältnissen (37%), mit keinen Beziehungsverhältnissen (30%) oder Zufallsbekanntschaften (26%) die TäterInnen.

Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich das Beziehungsverhältnis bei Vergewaltigungen und geschlechtlichen Nötigungen wenig verändert. Allein beim Tatbestand nach §205 hat sich die Tätergruppe in Bekanntschaftsverhältnissen von 58% auf 37% verringert, während die anderen Beziehungsverhältnisse relativ stabil geblieben sind.

Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich die Anzahl der ausgewählten strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung etwas verringert. Es gibt 2015 21 Anzeigen weniger wegen Vergewaltigungen verglichen mit 2012, 14 Anzeigen weniger wegen geschlechtlicher Nötigungen und elf Anzeigen weniger bezüglich sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person. Die Anzahl der geschlechtlichen Nötigungen von Frauen ist um 5%-Punkte gestiegen (hier sind es 2015 99% der Fälle). Der Anteil der weiblichen Opfer bei Fällen des sexuellen Missbrauchs einer psychisch beeinträchtigten oder wehrlosen Person ist von 88% auf 81% gesunken. Frauen sind gleich oft die Opfer von Vergewaltigungen geblieben (zu 96%).

Gleichstellungsziel 2

Senken von Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Anmerkung 1

2016 wurde der Straftatbestand Sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen (§ 218) ausgeweitet, ab diesem Zeitpunkt wird eine stark gestiegene Anzahl der Anzeigen in diesem Bereich erwartet.