K Gewalt

Indikator

K4

Gewalt durch (Ex-)PartnerInnen

Gleichstellungsziel 1

Sichtbarmachen und Senken von Gewalt durch (Ex-)PartnerIn

Die Statistiken der Wiener Interventionsstelle zeigen die geschlechtsspezifischen Mus- ter von Gewalt in der Familie: 2015 betreut die Wiener Interventionsstelle 4.228 Klien-tInnen, davon werden 3.417 durch Meldungen der Polizei vermittelt; 811 KlientInnen wenden sich selbstständig an die Wiener Interventionsstelle oder werden von anderen Einrichtungen vermittelt. Unter den Gewaltopfern befinden sich 87% Frauen und 13% Männer. Wenn Frauen von Gewalt betroffen sind, dann sind in 95% der Fälle Männer Gefährder – überwiegend Partner oder Ex-Partner. In 84% aller Fälle (1.679 Fällen) der Gewalt in der Familie sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. In 86% (2.386 Fällen) sind Frauen die Opfer von Partnern oder Ex-Partnern.

6% der weiblichen Opfer waren mit einer Gefährderin konfrontiert – hier handelt es sich überwiegend um andere Familienmitglieder (Tochter, Mutter) oder um Frauen, die in einem sonstigen Beziehungsverhältnis zu den Opfern stehen. Wenn Männer Opfer von Gewalt in der Familie sind, dann sind in mehr als der Hälfte der Fälle Männer Gefährder (60%), und in 40% der Fälle handelt es sich um Gefährderinnen – überwiegend die Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen.

Auch die Beratungen des 24-Stunden-Frauennotrufs der Stadt Wien zeigen, dass Frauen Gewalt insbesondere durch den Partner oder Ex-Partner erfahren: 2015 wurden insgesamt 8.775 (938 mehr als 2012) Beratungen durchgeführt. Diese Beratungen gliedern sich in 6.689 telefonische Beratungen, 935 E-Mail-Beratungen und 1.151 persönliche Beratungen (davon 195 Erstgespräche sowie 141 Begleitungen zu RechtsanwältInnen/OpferanwältInnen, zu Gericht, zur Polizei oder ins Krankenhaus) in den Räumlichkeiten des 24-Stunden-Frauennotrufs. Aus einer Analyse der 195 Erstgespräche ergibt sich, dass auch beim 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien die Täter zu mehr als die Hälfte PartnerIn (33%) und Ex-PartnerIn (21%) sind. Bekannte und Freunde (11%), Verwandte (8%) und flüchtig bekannte Personen (8%) machen die nächstgrößten TäterInnengruppen aus, 5% sind FremdtäterInnen. Ein Arbeits-, Autoritäts- oder Ausbildungsverhältnis besteht bei 5% der Fälle. Bei 9% ist der Beziehungskontext nicht erhebbar. [Anm.3]

Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich die Zahl der KlientInnen der Wiener Interventionsstelle von 3.875 Personen im Jahr 2012 auf 4.228 Personen im Jahr 2015 deutlich vergrößert. Der Anteil von Frauen und Männern an den Opfern ist in diesem Jahresvergleich jedoch völlig gleichgeblieben (87% Frauen und 13% Männer). Wird außerdem die Zusammensetzung der GefährderInnen verglichen, zeigt sich für den zahlenstärksten Bereich (weibliche Opfer mit männlichen Tätern), dass die Verhältnisse relativ stabil geblieben sind: Die Anteile an ParterInnengewalt für diese Gruppe schwanken nur um 1%-Punkt; Gewalt, die von Ex-PartnerInnen ausgeübt wird, ist um 4%-Punkte gestiegen; die durch andere Familienmitglieder oder Fremde ausgeübte Gewalt ist ebenfalls (fast) gleichgeblieben; alleine die durch Menschen im sonstigen Beziehungsverhältnis ausgeübte Gewalt fällt 2015 um 4%-Punkte geringer aus als 2012. Insgesamt erfolgen Übergriffe mit 4.832 männlichen Tätern auf weibliche Opfer, d.h., 95% aller TäterInnen waren Männer. Für die anderen Geschlechterkonstellationen bei Opfern und TäterInnen sehen die Entwicklungen ähnlich aus wie 2012.

Gleichstellungsziel 1

Sichtbarmachen und Senken von Gewalt durch (Ex-)PartnerIn

Anmerkung 3

Quelle: Statistik des 24-Stunden-Frauennotrufs der Stadt Wien, Persönliche Beratung – Erstgespräche im Jahr 2015