L Gesundheit

Gleichstellungsziele

  • 1Verbesserung des Zugangs von Frauen zum Gesundheitssystem
  • 2Aufbau von Gesundheitskompetenz (Health Literacy)
  • 3Stärkere Verankerung von Gendermedizin und ihren Erkenntnissen in der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal wie auch in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung
  • 4Infragestellen von Schönheitsnormen und Rollenbildern
  • 5Unterstützung selbstbestimmter Reproduktion
  • 6Gleiche Zugangschancen zu und Aufstiegschancen in medizinischen Berufen

Eine geschlechtsspezifische Betrachtung von Gesundheit, körperlicher Selbstwahrnehmung, Fortpflanzung und Verhütung, gesundheitlichen Risikofaktoren, von Zugängen zum Gesundheitssystem und auch zu medizinischen Berufen gibt Aufschluss über Benachteiligungsmechanismen, die sich an Körpern von Männern und Frauen sowie im Gesundheitssystem manifestieren. Die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen (L2) hängt u.a. mit nach Geschlecht divergierenden gesundheitlichen Risikofaktoren (L1) und der jeweiligen Selbsteinschätzung der Gesundheitskompetenz (L3) zusammen. Die unterschiedliche Körperwahrnehmung von Mädchen und Buben (L5) oder die höhere Prävalenz von Krankheiten wie Essstörungen (L4) bei Frauen geben Hinweise auf die Problematik der körperlichen Ausdrucksmöglichkeit in einer von sexistischen Körpernormen, Selbstoptimierung und Rollenbildern geprägten Gesellschaft. Selbstbestimmung in der Fortpflanzung, welche in den Indikatoren Teenagerschwangerschaften (L6), Verhütung (L7), Kaiserschnittrate (L9) und Inanspruchnahme von künstlicher Befruchtung (L8) veranschaulicht wird, ist nicht nur essenziell für die Autonomie von Frauen, sondern stellt auch eine grundlegende gesundheitliche Rahmenbedingung in der Reproduktion dar. Die Indikatoren Beschäftigte in Wiener Krankenhäusern (L10) und Fachliche Spezialisierung von Ärztinnen und Ärzten (L11) geben Aufschluss über Zugangs- und Aufstiegschancen in medizinischen Berufen und das Gesundheitssystem als Arbeitsplatz. Fremdsprachenkenntnisse in Wiener Ordinationen (L12) ist ein Indikator, der die Zugangshürden beim Ordinationsbesuch für die Wiener Wohnbevölkerung mit Migrationshintergrund zu niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten beleuchtet.