Kapitel E

Freizeit und Sport

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Indikator E3
Zufriedenheit mit Sozialkontakten

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Gleichstellungsziele

Gendergerechte Freizeitinfrastruktur

2013 zeigte sich, dass Frauen und Männer gleich häufig Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden haben und in gleichem Ausmaß (17% bis 18%) als kontaktarm bezeichnet werden können. Das Ausmaß der Kontaktarmut steigt mit dem Alter signifikant an, bei Männern deutlich stärker als bei Frauen.

Die aktuelle Wiener Lebensqualitätsstudie 2018 zeigt, dass insgesamt 83% der Wienerinnen verglichen mit 79% der Wiener mit ihren Sozialkontakten zufrieden sind [Anm. 2]. Der Unterschied zwischen den Altersgruppen ist allerdings enorm und die Zufriedenheit steigt mit zunehmendem Alter deutlich an: Während 73% der bis zu 24-jährigen Frauen 2018 mit ihren Sozialkontakten zufrieden sind, beträgt dieser Anteil bei den über 65-jährigen trotz gleichzeitig zunehmender Kontaktarmut 90%, bei den Männern liegen die Differenzen zwischen 76% und 89%. Dieses Phänomen von hoher Zufriedenheit trotz gleichzeitiger Verlustereignisse wie z.B. die Abnahme sozialer Kontakte wird als „Paradox der Lebenszufriedenheit im Alter“ bezeichnet (Staudinger, 2000; Wolff & Tesch, 2017) und wird auf sich verändernde Vergleichsstandards zurückgeführt, indem Menschen ihre Kriterien dafür, was sie als zufriedenstellend bezeichnen, an die Gegebenheiten anpassen. Im Gegensatz zu früheren Erhebungen mit deutlich zufriedeneren jüngeren Kohorten sieht die Allianz-Österreich-Jugendstudie 2021 (Vrignaud & Anzinger 2021) in der „Generation Reset“, die 2021 zwischen 14 und 24 Jahre alt ist und damit u.a. die Corona-Pandemie in ihrer Jugend bzw. im jungen Erwachsenenalter erlebt hat, die Lebenszufriedenheit junger Menschen „im Sinkflug“. Jugendliche sehen deutlich sorgenvoller in die Zukunft, am stärksten davon betroffen sind junge Frauen. Diese Ergebnisse haben sich mit der Corona-Pandemie noch verstärkt: mehr als jeder Vierte ist häufig einsam und unglücklich und drei von vier jungen Menschen vermissen soziale Kontakte sehr, trotz oder möglicherweise auch wegen der gestiegenen Nutzung digitaler Services als Ersatz für reale Kontakte.

Migrations-Fokus 2016

Auf Basis der Daten des Wiener Frauenbarometers (2015) kann die Zufriedenheit mit Sozialkontakten von Frauen mit Migrationshintergrund in Wien näher thematisiert werden. Rund neun von zehn Wienerinnen sind nach eigenen Angaben mit ihren Sozialkontakten sehr oder ziemlich zufrieden. Nach Migrationshintergrund zeigen sich nur geringfügige Unterschiede, wobei Wienerinnen mit Migrationshintergrund EU-Staat etwas unzufriedener sind. Als relevante Einflussfaktoren auf die Zufriedenheit mit den Sozialkontakten erweisen sich dagegen der Geburtsort und damit zusammenhängend die Aufenthaltsdauer. Während sich knapp zwei Drittel der gebürtigen Wienerinnen mit und ohne Migrationshintergrund mit ihren Sozialkontakten sehr zufrieden geben (63%), entspricht der Anteil unter zugewanderten Wienerinnen nur etwas mehr als der Hälfte (53%). Von den Wienerinnen, die in den vergangenen fünf Jahren zugewandert sind, zeigt sich dagegen jedenfalls rund ein Fünftel mit ihren Sozialkontakten wenig oder gar nicht zufrieden.

Armut erweist sich als ein zentrales Merkmal für die Zufriedenheit der Wienerinnen mit ihren Sozialkontakten, wie die Daten des Frauenbarometers 2015 verdeutlichen. Dort war fast die Hälfte aller nicht armutsgefährdeten, aber nur rund ein Fünftel aller armutsgefährdeten Wienerinnen mit ihren Sozialkontakten sehr zufrieden.