Methodische Vorgangsweise

Mit dem Wiener Gleichstellungsmonitor verfolgt die Stadt Wien das Ziel, den Status quo der Gleichstellung von Frauen und Männern in unterschiedlichen Lebensbereichen kontinuierlich zu beobachten. Die in den Gleichstellungsmonitor aufgenommenen Indikatoren sollen die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern empirisch möglichst genau abbilden, gleichsam wie Markierungen auf einer Landkarte die zentralen Bereiche der Benachteiligungen von Frauen erfassen. Damit kann das Bewusstsein über Benachteiligungen verstärkt und eine empirische Grundlage für Maßnahmen zur Verbesserung der Geschlechtergleichstellung geschaffen werden. Bei der Entwicklung der Gleichstellungsindikatoren nimmt die Stadt Wien die Anregungen aus internationalen Erfahrungen mit der Indikatorenentwicklung auf, indem die Gleichstellungsindikatoren nicht daten-, sondern zielgeleitet entwickelt wurden. Handlungsleitend für den Auswahlprozess der Indikatoren waren politische Prioritätensetzungen, d.h., die Frage „Was wollen wir wissen?“, und nicht die Datenverfügbarkeit („Was können wir wissen?“). Mit dem dabei verfolgten Ansatz, Gleichstellung möglichst umfassend zu definieren und viele Bereiche einzubeziehen, war es sowohl aus Gründen der Effizienz als auch der Übersichtlichkeit wichtig, zentrale Zielsetzungen und Indikatoren zu fokussieren.

Die Gleichstellungsindikatoren zielen darauf ab, Geschlechterverhältnisse vor dem Hintergrund der aktuellen gleichstellungspolitischen Diskussionen adäquat abzubilden und ungleiche Geschlechterhierarchien sichtbar zu machen. Da die Interpretation von Geschlechterverhältnissen nicht erst bei der Datenanalyse beginnt, sondern die Konstruktion der Indikatoren mitbestimmt, ist eine Reflexion dieses Doing-Gender-Prozesses bei Statistiken ganz wesentlich (vgl. Wroblewski et al. 2016; Stadt Wien 2015; Leitner/Walenta 2007; Wroblewski et al. 2005). Mit dem Fokus auf einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit, mit dem gewisse Tatbestände betont werden und andere im Hintergrund bleiben, entstehen Hervorhebungen und Lücken (beispielsweise wenn unbezahlte Arbeit vernachlässigt wird). Im Gegensatz zu Daten, die Fakten präsentieren und noch keine inhaltlichen Aussagen bieten, weisen Indikatoren normative Ausrichtungen auf und verknüpfen statistische Daten mit einem sinnhaften Bezugsrahmen. Ihre Ausgestaltung ist daher immer abhängig von den verfolgten Zielsetzungen und Vergleichsperspektiven, die durch die gewählten Vergleichs- und Bezugsgrößen die Ergebnisse bestimmen. Wie Indikatoren letztlich definiert werden, hängt wesentlich von der Datenverfügbarkeit ab. Dies betrifft sowohl das Vorhandensein geschlechtersegregierter Daten als auch die verwendeten Definitionen und Kategorien, die den Daten zugrunde liegen, d.h., inwiefern sie die tatsächlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern abbilden.

Prinzipien und Konzepte des Gleichstellungsmonitors

Die Auswahl und Strukturierung der dargestellten Indikatoren im Gleichstellungsmonitor 2016 erfolgten vor dem Hintergrund von Festlegungen und Prinzipien des Gleichstellungsmonitors 2013 sowie von Konzepten für die Operationalisierung von Geschlecht und die Berücksichtigung verschiedener Geschlechterperspektiven.

Prinzipien des Gleichstellungsmonitors

Auf Basis der Diskussionen in den ExpertInnenworkshops wurde eine Reihe von Prinzipien für den Wiener Gleichstellungsmonitor explizit formuliert, die davor eher implizit vorhanden gewesen waren oder sich aus der Diskussion von Widersprüchen, unklaren oder mehrdeutigen Formulierungen oder Prioritätensetzungen ergeben hatten.

Fokus auf Frauen: Der Gleichstellungsmonitor stellt Frauen und deren Benachteiligungen ins Zentrum, d.h., die Auswahl der erfassten Bereiche ergibt sich aus der Problemrelevanz für Frauen. Bereiche, in denen ein Nachholbedarf für Männer besteht, werden in diesem Monitor nicht explizit berücksichtigt. Die Darstellung der einbezogenen Gleichstellungsaspekte im Monitor erfolgt aber grundsätzlich für Frauen und Männer.

Gleichstellungsrelevanz: Der Gleichstellungsmonitor umfasst ausschließlich Indikatoren, die ein gleichstellungspolitisches Problem abbilden. Allgemeine Ziele, die keine Gleichstellungsrelevanz aufweisen, werden nicht berücksichtigt.

Ergebnisziele: Bei den im Gleichstellungsmonitor abgebildeten Zielen wird der Schwerpunkt auf Ergebnisziele gelegt. Durch den Monitor soll die Entwicklung gleichstellungspolitisch relevanter Aspekte beobachtet werden, nicht aber eine Evaluation von Maßnahmen oder Projekten der Stadt Wien erfolgen. Aus diesem Grund werden Maßnahmenziele nur dann berücksichtigt, wenn Ergebnisziele nicht messbar sind. Dies betrifft z.B. die Erhöhung der Teilnahmen an spezifischen Beratungs- oder Förderangeboten (z.B. NutzerInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe).

Nutzung verfügbarer Datenquellen: Für den Gleichstellungsmonitor werden keine eigenen Erhebungen durchgeführt, sondern verfügbare Datenquellen genutzt sowie eigens aufbereitet. Aus diesem Grund wird eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen verwendet (siehe auch Datenglossar), wie z.B. administrative Daten, Befragungsdaten, amtliche Statistiken, Informationen von Websites oder von Institutionen bereitgestellte Informationen.

Kontinuierliche Verfügbarkeit der Indikatoren: Der Gleichstellungsmonitor soll periodisch erscheinen. Im Monitor werden daher primär Indikatoren berücksichtigt, für die eine laufende Beobachtung möglich ist, d.h., die ihnen zugrunde liegende Datenquellen laufend oder in entsprechenden Abständen zur Verfügung stellen.

Wienbezug: Die im Gleichstellungsmonitor abgebildeten Indikatoren beziehen sich auf Wien, wobei unterschiedliche Personengruppen der Wiener Wohnbevölkerung abgebildet werden, wie z.B. in Wien hauptgemeldete Personen, in Wien arbeitende Personen oder SchülerInnen sowie Studierende an Institutionen in Wien.

Sichtbarmachen von Datenlücken: Für die Indikatoren des Gleichstellungsmonitors wird ausschließlich auf verfügbare Datengrundlagen zurückgegriffen. Die Indikatorenentwicklung stößt dabei häufig an Grenzen, die explizit thematisiert werden. Dazu zählen Datengrundlagen, in denen keine Informationen über Geschlecht oder andere soziale Merkmale enthalten sind, die die Lebensrealität von Frauen nicht adäquat abbilden oder die nicht so aufbereitet sind, dass geschlechtsspezifische Auswertungen vorgenommen werden können. Diese Datenlücken sollen explizit thematisiert werden, um eine Grundlage für die Weiterentwicklung von Datengrundlagen und Indikatoren zu liefern.

Operationalisierung von Geschlecht

Der Fokus des Gleichstellungsmonitors richtet sich auf die Ungleichheitsstrukturen zwischen Frauen und Männern, indem Benachteiligungsdimensionen zwischen den Geschlechtern aufgezeigt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass Frauen und Männer als binäre Geschlechter verstanden werden, sondern Frauen und Männer in ihrer Vielschichtigkeit erfasst werden sollen. Das Bestreben, Frauen und Männer durchgängig nach weiteren Differenzierungsdimensionen – wie Alter, Bildung, Nationalität bzw. Migrationshintergrund oder körperlicher Beeinträchtigung – und das Zusammenwirken unterschiedlicher Strukturkategorien im Sinne der Intersektionalität darzustellen, scheitert bei der empirischen Analyse aber häufig aufgrund zu kleiner Stichproben, unübersichtlicher Darstellungen oder schlichtweg der Komplexität der Darstellung.

Geschlecht wird hier nicht als direkt erklärende, unabhängige Variable verstanden, indem angenommen wird, dass sich Menschen aufgrund ihres biologischen Geschlechts in ihrem Verhalten und Erleben unterscheiden. Vielmehr wird dem Geschlecht eine moderierende Funktion zugeschrieben, d.h., es wird angenommen, dass bestimmte Ursache-Wirkungs-Mechanismen bei einem Geschlecht stärker ausgeprägt sind als beim anderen (vgl. Döring 2013). Beispielsweise kann sich das Geschlecht über die Berufswahl auf die finanzielle Situation auswirken. Das biologische Geschlecht wird als dichotomer Indikator für das soziale Geschlecht, für die Geschlechteridentität oder die erlebte Geschlechterrolle verwendet, und zwar wohl wissend, dass es nicht die primären oder sekundären Geschlechtermerkmale sind, die beispielsweise das Berufswahlverhalten determinieren, sondern das weibliche bzw. feminine oder männliche bzw. maskuline Rollenverständnis. [Anm.1]

Gleichstellungsperspektiven

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein komplexes Konzept, das aufgrund der Zusammenhänge vieler unterschiedlicher Bereiche schwer zu messen ist, aber auch unterschiedliche Interpretationen über die Zielsetzung von Gleichstellung aufweist. Das Verständnis von Gleichstellung ist abhängig von den zugrunde liegenden Geschlechterperspektiven und von den Vorstellungen, wie die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern erfolgt oder wie der Übergang zu einer gleichen Gesellschaft von Männern und Frauen geschaffen werden soll (vgl. Leitner/Walenta 2007; European Institute for Gender Equality 2013). Entsprechende unterschiedliche Vorstellungen zeigen sich nicht nur in Alltagsdiskussionen oder parteipolitischen Schwerpunktsetzungen, sondern ebenso im feministischen Diskurs.[Anm.2] Wie der Entwicklungsprozess der Gleichstellungsziele für den Monitor gezeigt hat, können nicht für alle Bereiche allgemeingültige Gleichstellungsziele definiert werden, die so eindeutig und konkret formuliert sind, dass daraus direkt Indikatoren abgeleitet werden können, für die eine eindeutige Interpretation möglich ist. Zu interpretieren sind unterschiedliche Verständnisse von Gleichstellung, wie auch bspw. in der Diskussion um Teilzeitarbeit: Ist Teilzeitarbeit eine gute Möglichkeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren, oder führt Teilzeitarbeit zu Benachteiligungen für die weitere Berufskarriere?

Um bei der vorhandenen Unterschiedlichkeit der Gleichstellungsproblematik in den einzelnen Themen eine einheitliche Zugangsweise sicherzustellen, verfolgt die Auswahl der konkreten Gleichstellungsindikatoren ein Konzept, das verschiedene Perspektiven der Gleichstellung anspricht. Dieser Ansatz orientiert sich an der in Schweden entwickelten 3R-Methode, die als Instrument für eine systematische Gleichstellungsanalyse von Gender-Mainstreaming-Prozessen entwickelt wurde. Die drei R [Anm.3] stehen für Repräsentanz, Ressourcen und Realitäten (vgl. Bergmann/Pimminger 2004). Repräsentation weist auf die quantitative Verteilung von Frauen und Männern im betreffenden Bereich hin, d.h., sie bildet den Zugang der Geschlechter zum jeweiligen Feld ab. Mit dem zweiten Analysebereich wird die Verteilung von Ressourcen wie Geld, Zeit, Raum und Bildung auf Frauen und Männer in den Mittelpunkt gestellt. So wurden die Ressourcentypen gleichgewichtig verwendet und grundsätzlich für jedes Thema unterschiedliche Ressourcentypen berücksichtigt. Dies ermöglicht zudem die Thematisierung von Querverbindungen zwischen den Themenfeldern, da die Verfügbarkeit von Finanz-, Zeit-, Raum- und Bildungsressourcen zentrale Zugangsbarrieren für Frauen zu einzelnen Feldern darstellen. So eröffnen beispielsweise Finanzressourcen einerseits den Zugang zu unterschiedlichen Bereichen (z.B. Freizeitaktivitäten, kulturellen Angeboten und qualitativ hochwertigem Wohnen) und sind andererseits das Ergebnis von Benachteiligungen in anderen Bereichen (wie z.B. bei geschlechtsspezifischer Arbeitsbewertung). Die verfügbaren Zeitressourcen sind stark durch die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die dieser zugrunde liegenden Rollenstereotypen – insbesondere im Bereich der unbezahlten Arbeit – geprägt und bestimmen u.a. den Zugang zu bezahlter Arbeit, zu unterschiedlichen Freizeitaktivitäten, zu Ehrenämtern sowie das Ausmaß des politischen Engagements. Der Zugang zu Raumressourcen hängt, wie bereits erwähnt, von Finanzressourcen ab (Wohnraum, Mobilität), aber auch von der Berücksichtigung von Gender-Kriterien bei der Gestaltung des öffentlichen Raums. Bildungsressourcen beeinflussen nicht nur über formale Bildungsabschlüsse Zugangsmöglichkeiten, sondern auch durch Kompetenzen und Informationszugang.

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Entwicklungsprozess des Wiener Gleichstellungsmonitors

Internationale und nationale Erfahrungen zeigen, dass die Entwicklung eines aussagekräftigen Gleichstellungsmonitors ein komplexer und aufwendiger Prozess ist [Anm.4], der im Idealfall von formulierten und akkordierten Gleichstellungszielen ausgeht. Darüber hinaus ist die Entwicklung eines Gleichstellungsmonitors nach wie vor mit der Herausforderung konfrontiert, dass in vielen Bereichen keine oder keine geschlechterdifferenzierten Daten vorhanden sind, sodass bestimmte Themen, wie z.B. Mobilität oder Freizeitverhalten, häufig ausgeblendet bleiben (vgl. Leitner/Wroblewski 2011). Die Stadt Wien hat sich dieser Herausforderungen mit einem ambitionierten Vorhaben angenommen. Ausgehend von dem Ziel der Gleichstellung und der Frage „Was wollen wir wissen?“, wurden von einer Steuerungsgruppe des Wiener Gleichstellungsmonitors 2013 in Zusammenarbeit mit ExpertInnen aus unterschiedlichen Magistratsabteilungen Gleichstellungsziele formuliert. Damit entstand ein Gleichstellungsziele-Katalog, der 17 Themenfelder für Gleichstellungsziele enthielt, die zu den sechs Themenblöcken „Wohnen/Umwelt/ÖffentlicherRaum/Verkehr & Mobilität“, „Freizeit/Sport/Medien & IKT[Anm.5] /Kunst & Kultur“, „(Unbezahlte und bezahlte) Arbeit/Bildung“, „Armut/Soziale Sicherheit/Einkommen & Eigentum“, „Sexualität/Gesundheit/Gewalt“ sowie „Politische Partizipation“ zusammengefasst wurden.

Um eine Balance zwischen der Themenvielfalt und einer bewältigbaren Anzahl von Indikatoren herzustellen [Anm.6], erfolgte ein moderierter Auswahlprozess unter Einbeziehung von FachexpertInnen aus den unterschiedlichen Magistratsabteilungen sowie von WissenschaftlerInnen. In Workshops wurden die Oberziele des Gleichstellungszielekatalogs vor dem Hintergrund der aktuellen gleichstellungspolitischen und wissenschaftlichen Diskussion festgelegt und für den jeweiligen Themenbereich auf Aussagekraft, Vollständigkeit, Konsistenz und Kohärenz geprüft.[Anm.7] Aufbauend auf den Workshop-Diskussionen, wurden vom Projektteam konzeptgeleitete Zieldimensionen formuliert, die mit der Steuerungsgruppe und den politischen VertreterInnen akkordiert wurden und als Orientierungsrahmen für die weitere Arbeit am Gleichstellungsmonitor dienten.[Anm.8] Neben der Reflexion der Gleichstellungsziele der einzelnen Themen wurden im Diskussionsprozess implizite Festlegungen für den Gleichstellungsmonitor getroffen. Diese wurden ebenfalls in einem Abstimmungsprozess mit der Steuerungsgruppe akkordiert und als explizite Prinzipien des Gleichstellungsmonitors festgelegt.

Die Datenrecherche wurde bewusst als zweiter Schritt durchgeführt, um nicht ein primär datengeleitetes Ergebnis zu erlangen und gezielt Datenlücken aufzeigen zu können. Mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Magistratsabteilungen und sonstigen Institutionen, wie Statistik Austria, Ministerien etc., wurden die Datenmöglichkeiten für die einzelnen Bereiche diskutiert. Dabei wurden neben Datenquellen der Statistik Austria und Erhebungen der Stadt Wien (wie z.B. Sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung II) auch Administrativdaten unterschiedlicher Magistratsabteilungen berücksichtigt. Als Auswahlkriterien fungierten Qualitätskriterien, der Wienbezug der Daten sowie die kontinuierliche Verfügbarkeit.

Die daraus abgeleiteten Indikatorenlisten und Indikatorenprofile stellten ein weiteres Zwischenergebnis dar, das in Hinblick auf die diskutierten Gleichstellungsziele erneut reflektiert wurde. Für diese Indikatoren wurden konkrete Datenanfragen für den 1. Wiener Gleichstellungsmonitor bei den unterschiedlichen Institutionen eingebracht. Relevantes Bezugsjahr für die Datenanfragen war 2012, in Ausnahmefällen wurden auch Daten für 2013 zur Verfügung gestellt oder musste auf ältere Daten zurückgegriffen werden.

Auf Basis der verfügbaren Daten wurden schließlich die konkreten Indikatoren definiert und interpretiert. Dabei wurden teilweise gängige Indikatoren übernommen, teilweise neue normative Indikatoren entwickelt, indem beispielsweise alternative Bezugsrahmen berücksichtigt oder deskriptive Indikatoren für neue Datenquellen gebildet wurden. Dieser Schritt, der bei der Indikatorenentwicklung gewöhnlich im Zentrum steht, ist hier also nur ein Teil des Entwicklungsprozesses. Letztlich bildet dieses Ergebnis wiederum den Ausgangspunkt für eine Weiterentwicklung, indem die vorliegenden Indikatoren die zentrale Basis für die Beobachtung der zeitlichen Entwicklung von Gleichstellungsdimensionen bieten, diese aber auch zu weiteren Differenzierungen sowie zu einer konkreteren Fassung der Gleichstellungsthematik einladen. Dieser Prozess soll mittelfristig dazu beitragen, offene Datenlücken zu füllen und durch Gender-Analysen für einzelne Bereiche konkretere Befunde zu schaffen.

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Aktualisierung der Indikatoren im Wiener Gleichstellungsmonitor 2016

Die Daten für den Wiener Gleichstellungsmonitor wurden grundsätzlich danach ausgewählt, als sie eine kontinuierliche Beobachtung der Gleichstellung ermöglichen. Änderungen in Erhebungen, Verschiebungen von Erhebungszeitpunkten oder der Datenbereitstellung oder fehlende kontinuierlich erhobene Daten für ein Thema führten dennoch zu Abweichungen für die beobachtbaren Entwicklungen. Darüber hinaus wurde der zweite Bericht dazu verwendet, um einige Themenbereiche besser zu strukturieren. Nicht zuletzt erfolgte mit dem Fokus Frauen mit Migrationshintergrund im Wiener Gleichstellungsmonitor 2016 eine Schwerpunktsetzung, die zu Ergänzungen und Änderungen von Indikatoren führte.

Die erfolgten Veränderungen gegenüber dem Gleichstellungsmonitor 2013 werden im Folgenden nach Themen aufgelistet:

A Frauen und Männer in Wien
1 Bevölkerungsstruktur A1 Altersstruktur und Bevölkerungsentwicklung
2 Wohnbevölkerung A2 Migrationsstruktur
3 Erwerbsbevölkerung A3 Bildungsstrukur
4 PendlerInnen A4 Erwerbsbevölkerung
5 Haushalte und Lebensformen A5 Gesundheitliche Beeinträchtigungen
6 Eheschließungen, Scheidungen sowie eingetragene und aufgelöste Partnerschaften A6 PendlerInnen
7 Anzahl von Kindern A7 Haushalte und Lebensformen
8 Patchworkfamilien A8 Anstaltshaushalte
9 Pflegeelternschaft A9 Eheschließungen, Scheidungen sowie eingetragene und aufgelöste Partnerschaften
10 Anstaltshaushalte A10 Anzahl von Kindern
A11 Patchworkfamilien
A12 Pflegeelternschaft

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Änderung der Indikatoren

Im Kapitel A. Frauen und Männer in Wien, das Kontextinformationen der Bevölkerungsstruktur und ihrer Veränderung für viele weitere Indikatoren beinhaltet, wurde die Wiener Wohnbevölkerung nach Alters-, Migrations- und Bildungsstruktur differenziert dargestellt. Damit wurden zwei zusätzliche Indikatoren eingeführt. Die Entwicklung der Bevölkerung wurde für den längeren Zeitraum 2011 bis 2016 abgebildet.

B. Politische Partizipation
1 Wiener Landes-, Gemeinde- und Bezirkspolitik B1 Wiener Landes-, Gemeinde- und Bezirkspolitik
2 Wahlvorschläge politischer Parteien B2 Wahlvorschläge politischer Parteien
3 Gremien der Gemeinde Wien B3 Gremien der Gemeinde Wien
4 Gesetzliche Interessensvertretungen B4 Gesetzliche Interessensvertretungen
5 ArbeitnehmerInnenvertretung B5 ArbeitnehmerInnenvertretung
6 Schulische und berufliche Jugendvertretung B6 Schulische und berufliche Jugendvertretung
7 Politisches Engagement B7 Politisches Engagement – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund betrachtet

Beim Indikator B7 „Politisches Engagement“ wurde die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund beleuchtet. Die im Wiener Gleichstellungsmonitor 2013 verwendeten Daten der SOWI II werden erst wieder 2018 erhoben.

C. Aus- und Weiterbildung
1 Vorschulische Bildung C1 Vorschulische Bildung
2 Schulische Bildung C2 Schulische Bildung
3 Tertiäre Bildung C3 Lehre
4 Lehre C4 Tertiäre Bildung
5 Zukunftsträchtige Ausbildungen C5 Segregation der Lehrkräfte
6 Gering qualifizierte Frauen C6 Zukunftsträchtige Ausbildungen
7 Basisbildung C7 Niedrig qualifizierte Frauen mitFokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
8 Weiterbildung C8 Basisbildung
9 Förderungen für berufsbezogene Weiterbildung C9 Weiterbildung
C10 Förderungen für berufsbezogene Weiterbildung
C11 Ausbildungsadäquate Beschäftigung – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund betrachtet

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Die Segregation der Lehrkräfte wurde getrennt von der Segregation der Bildung in Indikator C5 zusammengefasst und die horizontale Segregation der Lehrkräfte für die Schulen der Sekundarstufe II näher beleuchtet. Beim Indikator C7 „Niedrig qualifizierte Frauen“ (vormals: 6 „Gering qualifizierte Frauen“) wurde der Vergleich um Daten von Frauen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund ergänzt. Für den Indikator C11 „Ausbildungsadäquate Beschäftigung“, der mittels der SOWI-II-Erhebung dargestellt wurde, lagen keine aktuellen Daten vor. Dieser Indikator wurde durch Daten für Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt.

D. Bezahlte und unbezahlte Arbeit
1 Bezahlte und unbezahlte Arbeit D1 Arbeitsteilung in Paarhaushalten
2 Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung D2 Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
3 Pflege D3 Pflege – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
4 Kinderbetreuungseinrichtungen D4 Kinderbetreuungseinrichtungen
5 Pflegeeinrichtungen D5 Pflegeeinrichtungen
6 Erwerbsstatus D6 Erwerbsbeteiligung mit Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
7 Arbeitszeit D7 Arbeitszeit
8 Teilzeit D8 Teilzeit
9 Berufliche Tätigkeiten – Horizontale Segregation D9 Berufliche Tätigkeiten – Horizontale Segregation
10 Berufliche Stellung – Vertikale Segregation D10 Berufliche Stellung – Vertikale Segregation
11 Atypische Beschäftigung D11 Atypische Beschäftigung
12 Selbstständig Erwerbstätige D12 Selbstständig Erwerbstätige
13 Niedriglohnbeschäftigung D13 Niedriglohnbeschäftigung

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund betrachtet

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Neuer Indikator

Für den Indikator D1 „Bezahlte und und unbezahlte Arbeit“, der auf Basis der Daten der Zeitverwendungsstudie erhoben wurde, lagen keine aktuellen Daten vor. Anstelle dieses Indikators wurde die Arbeitsteilung der bezahlten Arbeit in Paarhaushalten (D1 „Arbeitsteilung in Paarhaushalten“) ergänzt. Über die Verteilung der Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung sowie der Pflege, die beide mittels Daten der SOWI-II-Erhebung dargestellt wurden, lagen keine aktuellen Daten vor. Diese Indikatoren wurden durch die Daten aus der Erhebung von Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt. In Indikator D6 „Erwerbsbeteiligung“ (vormals 6 Erwerbsstatus) wurde zusätzlich zur Aktualisierung der Frauen- und Männerdaten der Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt.

E. Freizeit und Sport
1 Freizeitaktivitäten E1 Freizeit – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
2 Ausgaben für Freizeit, Sport und Hobby E2 Ausgaben für Freizeit, Sport und Hobby[Anm.9]
3 Soziale Kontakte in der Freizeit E3 Soziale Kontakte in Freizeit – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
4 Nutzung von Kulturangeboten E4 Nutzung von Kultur- und Sportangeboten – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
5 Nutzung von institutionellen Freizeitangeboten E5 Nutzung von Institutionellen Freizeitangeboten
6 Sportliche Aktivität E6 Sportliche Aktivität
7 Teilnahme an Sportveranstaltungen E7 Zufriedenheit mit wohnraumnahen Sportangeboten
8 Zufriedenheit mit wohnraumnahen Sportangeboten E8 Leitungsfunktionen in Freizeitvereinen
9 Leitungsfunktionen in Freizeitvereinen E9 Leitungsfunktionen in Sportverbänden
10 Leitungsfunktionen in Sportverbänden E10 Leitungsfunktionen in SeniorInnenverbänden
11 Leitungsfunktionen in SeniorInnenverbänden E11 Sporthilfe
12 Sporthilfe

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund betrachtet

Keine aktuellen Daten verfügbar

Die Indikatoren im Kapitel E. Freizeit und Sport, „Freizeitaktivitäten“, „Soziale Kontakte in der Freizeit“, „Nutzung von Kulturangeboten“, „Teilnahme an Sportveranstaltungen“ sowie „Zufriedenheit mit wohnraumnahen Sportangeboten“, konnten mangels Daten nicht aktualisiert werden. Stattdessen wurde auf Basis des Frauenbarometers 2015 bei den Indikatoren E1, E3 sowie E4 der Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund gelegt, wobei die Nutzung von Kulturangeboten und die Teilnahme an Sportveranstaltungen in einem Indikator (E4) zusammengefasst wurden.

F. Kunst und Medien
1 Kunstuniversitäten in Wien F1 Tertiäre Ausbildungen im Bereich Kunst
2 Leitungsgremien im Bereich Kunst F2 Leitungsgremien im Bereich Kunst
3 Entscheidungsgremien im Bereich der Kunstförderung F3 Entscheidungsgremien im Bereich der Kunstförderung
4 Kunstförderung der Stadt Wien F4 Kunstförderung der Stadt Wien
5 PreisträgerInnen und StipendiatInnen im Bereich Kunst F5 Kino-/TV-/Filmförderung der Stadt Wien
6 Ausbildungen im Bereich Journalismus & Medien F6 PreisträgerInnen und StipendiatInnen der Stadt Wien im Bereich Kunst
7 Führungspositionen in Wiener Medien F7 Tertiäre Ausbildungen im Bereich Journalismus & Medien
8 Entscheidungsgremien im Medienbereich F8 Führungspositionen in Wiener Printmedien
9 Sexistische Werbung F9 Entscheidungsgremien im Medienbereich
F10 Sexistische Werbung

Neuer Indikator

Im Bereich F. Kunst und Medien wurde basierend auf dem Frauenkulturbericht der MA 7 ein neuer Indikator F5 „Kino-/TV-/Filmförderung der Stadt Wien“ entwickelt.

G. Einkommen
1 Einkommensunterschiede G1 Einkommensunterschiede
2 Gender Pay Gap G2 Gender Pay Gap – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
3 Löhne nach Bildung, Alter und Berufserfahrung G3 Löhne nach Bildung, Alter und Unternehmenszugehörigkeit
4 Löhne nach Berufen G4 Löhne nach Berufen
5 Einkommen selbstständig Erwerbstätiger G5 Einkommen selbstständig Erwerbstätiger
6 Pensionen G6 Pensionen
7 Haushaltseinkommen G7 Haushaltseinkommen – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
8 Lehrlingsentschädigung G8 Lehrlingsentschädigung
9 Kollektivvertragslöhne G9 Kollektivvertragslöhne

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Für die Analyse der Einkommen wurden bei den Indikatoren G2 „Gender Pay Gap“ und G7 „Haushaltseinkommen“ auf Basis des Frauenbarometers Vergleiche zwischen den Einkommen von Frauen nach Migrationshintergrund ergänzt.

H. Armut und soziale Sicherheit
1 Armutsgefährdung H1 Armutsgefährdung
2 Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung – Zielgruppe Europa 2020 H2 Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung – Zielgruppe Europa 2020
3 Armut und kulturelle Partizipation H3 Armut – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
4 Armut und politische Partizipation H4 Armut und Partizipation – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
5 Bedarfsorientierte Mindestsicherung H5 Bedarfsorientierte Mindestsicherung
6 Ausgleichszulagen H6 Ausgleichszulagen
7 Wohnbeihilfe H7 Wohnbeihilfe
8 Arbeitslosengeld und Notstandshilfe H8 Arbeitslosengeld und Notstandshilfe
9 Förderungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik H9 Förderungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik
10 Kinderbetreuungsgeld H10 Kinderbetreuungsgeld
11 Pflegegeld H11 Pflegegeld

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Die Indikatoren „Armut und kulturelle Partizipation“ sowie „Armut und politische Partizipation“ im Kapitel H. Armut und soziale Sicherheit konnten aufgrund der Datenlage nicht aktualisiert werden. Stattdessen wurde in H3 „Armut“ der Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund gelegt und in H4 „Armut und Partizipation“ der Frage nach dem Einfluss der Armutsgefährdung auf gesellschaftliche und politische Partizipation nachgegangen.

I. Wohnen und öffentlicher Raum
1 Wohnverhältnisse I1 Wohnverhältnisse – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
2 Wohnausstattung I2 Wohnausstattung
3 Prekäre Wohnformen I3 Prekäre Wohnformen – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
4 Wohnungslosigkeit I4 Wohnungslosigkeit
5 Wohnkosten I5 Wohnkosten auf Haushaltsebene
6 Entwicklung der Wohnkosten I6 Wohnkostenindex
7 Wohnzufriedenheit I7 Wohnzufriedenheit
8 Sicherheitsempfinden I8 Sicherheitsempfinden – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
9 Nutzung von Parks I9 Nutzung von Parks – Fokus 2016: Frauen mit Migrationshintergrund
10 Außerschulische Jugendarbeit im öffentlichen Raum I10 Außerschulische Jugendarbeit im öffentlichen Raum
11 Ausbildungen für Wohn- und Städtebau I11 Tertiäre Ausbildungen im Bereich Wohn- und Städtebau
12 Entscheidungsgremien im Planungs- und Wohnbaubereich I12 Entscheidungsgremien im Planungs- und Wohnbaubereich
I13 Frauenanteil bei den Wiener Straßennamen

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund betrachtet

Indikator durch Fokus Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt

Veränderte Datenbasis

Keine aktuellen Daten verfügbar

Neuer Indikator

In den Indikatoren I1 „Wohnverhältnisse“ und I3 „Prekäre Wohnformen“ wurde zusätzlich zur Aktualisierung der Frauen- und Männerdaten der Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund ergänzt. Die Indikatoren „Wohnausstattung“, „Wohnzufriedenheit“, „Sicherheitsempfinden“ sowie „Nutzung von Parks“ im Kapitel I Wohnen und öffentlicher Raum können mangels fehlender SOWI-II-Daten nicht aktualisiert werden. Ersatzweise wurde auf Basis des Frauenbarometers 2015 bei den Indikatoren I8 sowie I9 der Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund gelegt. Beim Indikator I7 wurde die Wohnzufriedenheit auf Basis von EU-SILC-Daten 2015 dargestellt, beim Indikator I10 die Nutzung von Angeboten der außerschulischen Jugendarbeit auf Basis amtlicher Daten. Auf der Grundlage des GendlerATlas wurde ein neuer Indikator I13 „Frauenanteil bei den Wiener Straßennamen“ entwickelt.

J. Umwelt und Mobilität
1 Zufriedenheit mit Umweltaspekten J1 Umwelteinflüsse im Wohngebiet
2 Beschäftigte im Umweltbereich J2 Beschäftigte im Umweltbereich
3 Ausbildungen für Umweltberufe J3 Tertiäre Ausbildungen im Bereich Umwelt
4 Verkehrsmittelwahl J4 Verkehrsmittelwahl
5 Dauer des Arbeitsweges J5 Dauer des Arbeitsweges
6 Öffentlicher Verkehr J6 Öffentlicher Verkehr
7 Carsharing J7 Carsharing

Veränderte Datenbasis

Für den Indikator J4 „Verkehrsmittelwahl“ im Kapitel J. Umwelt und Mobilität wurden anstelle der Daten der SOWI-II-Erhebung Daten aus der Gesundheitsbefragung verwendet, die auf Fußwege und Radnutzung fokussiert waren. Bei J5 „Dauer des Arbeitsweges“ wurden die Daten der SOWI-II-Erhebung durch das Mikrozensus-Ad-hoc-Modul „Arbeitsorganisation und Arbeitszeitgestaltung“ ersetzt. In beiden Fällen ist aufgrund der Verwendung anderer Daten keine Entwicklung nachzeichenbar.

K. Gewalt
1 Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit K1 Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit
2 Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung K2 Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung
3 Wegweisungen, Betretungsverbote und Streitschlichtungen K3 Wegweisungen, Betretungsverbote und Streitschlichtungen
4 (Ex-)PartnerInnengewalt K4 Gewalt durch (Ex-)PartnerInnen
5 Aufnahme von Frauen und Kindern in Wiener Frauenhäusern K5 Aufnahme von Frauen und Kindern in Wiener Frauenhäusern
6 Zwangsverheiratung K6 Zwangsverheiratung
7 Gewalt in Schulen K7 Gewalt in Schulen

Im Kapitel K. Gewalt konnten die Daten aller Indikatoren aktualisiert werden.

L. Gesundheit
1 Gesundheitliche Risikofaktoren L1 Gesundheitliche Risikofaktoren
2 Vorsorgeuntersuchungen L2 Vorsorgeuntersuchungen
3 Selbsteinschätzung der Gesundheitskompetenz L3 Selbsteinschätzung der Gesundheitskompetenz
4 Essstörungen L4 Essstörungen
5 Körperwahrnehmung von Buben und Mädchen L5 Körperwahrnehmung von Mädchen und Buben
6 Teenagerschwangerschaften L6 Teenagerschwangerschaften
7 Verhütung und Verhütungsmethoden L7 Verhütung und Verhütungsmethoden
8 Künstliche Befruchtung L8 Künstliche Befruchtung
9 Kaiserschnittrate L9 Kaiserschnittrate
10 Beschäftigte in Wiener Krankenhäusern L10 Beschäftigte in Wiener Krankenhäusern
11 Fachliche Spezialisierung von Ärztinnen und Ärzten L11 Fachliche Spezialisierung von Ärztinnen und Ärzten
12 Fremdsprachenkenntnisse in Ordinationen L12 Fremdsprachenkenntnisse in Ordinationen

Veränderte Datenbasis

Keine aktuellen Daten verfügbar

Für den Indikator L3 „Selbsteinschätzung der Gesundheitskompetenz“ im Kapitel L. Gesundheit, der auf Basis der Erhebung Health Literacy Survey Europe entwickelt worden war, war keine Aktualisierung verfügbar. Für den Indikator L7 „Verhütung und Verhütungsmethoden“ wurde wiederum die Erhebung des Verhütungsreports verwendet. Allerdings wurde der Zugang zu Verhütungsmitteln in der Befragung von Frauen und Männern getrennt erfragt und nicht mehr inklusive der Partnerin oder des Partners erhoben, weshalb kein valider Zeitvergleich durchgeführt werden konnte.

Mit dem Gleichstellungsmonitor sollen möglichst aktuelle Entwicklungen zur Gleichstellung abgebildet werden, was im aktuellen Bericht optimalerweise das Jahr 2016 darstellt, über das im Jahr 2017 berichtet werden kann. In vielen Fällen – und dies betrifft insbesondere aufwendige Erhebungen – beziehen sich die Daten auf frühere Jahre. Damit ist der Beobachtungszeitraum in einzelnen Themen unterschiedlich bzw. unterscheidet sich nach Datenquellen. Der größte Teil der Daten liegt für den Zeitraum 2012 bis 2015 vor, bei einigen Administrativdaten mit Stichtagserhebungen kann die Situation für 2016 abgebildet werden, in bestimmten Bereichen gehen die aktuellsten Daten auf 2013 zurück (wie z.B. bei den steuerbasierten Einkommensdaten der selbstständig Beschäftigen, die aufgrund der Steuermeldungen hinterherhinken). Wenn hier Bezüge zwischen den Entwicklungen der einzelnen Themen illustriert werden, so ist dies nicht ganz korrekt; es ist aber davon auszugehen, dass sich die Veränderungstendenzen nicht wesentlich verändern, damit beispielsweise Beziehungen hinsichtlich der Entwicklung von Freizeitverhalten und Einkommen hergestellt werden können.

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Anmerkung 1

Um das soziale Geschlecht zu erfassen, wird im angloamerikanischen Raum zwischen „sex“ und „gender“ unterschieden. Im deutschsprachigen Raum wird zur Abgrenzung des sozialen Geschlechts vom biologischen Geschlecht teilweise ebenfalls der Begriff „Gender“ genutzt, teilweise werden die Bezeichnungen „feminin“ und „maskulin“ anstelle von „weiblich“ und „männlich“ verwendet. Subdimensionen des sozialen Geschlechts sind z.B. „sowohl maskulin als auch feminin“ und „weder maskulin noch feminin“ (vgl. Döring 2013).

Anmerkung 2

Im feministischen Diskurs wird zwischen Gleichheits-, Differenz- und Transformations- bzw. (De )Konstruktionsperspektive unterschieden, wobei jedes theoretische Leitbild in ein politisches Dilemma führt, wie dies z.B. Wetterer (2003) be-schreibt, und all diese unterschiedlichen Perspektiven überdies Schwächen aufweisen. Diese Problematik aufgreifend, un-terscheidet Nancy Fraser (2001) drei Modelle von Arbeitsteilung mit „Allgemeiner Erwerbsarbeit“, „Gleichstellung der Betreuungsarbeit“ und „Universeller Betreuungsarbeit“, die von ihr als Visionen oder Gleichstellungsszenarien darge-stellt werden, und die neben der Frage der Repräsentanz und Ressourcenverteilung auch die Frage der Realitäten explizit adressiert (vgl. Bendl et al. 2007).

Anmerkung 3

Im Magistrat der Stadt Wien wird für Gleichstellungsanalysen üblicherweise die 4R-Methode angewendet. Die rechtliche Situation als Erweiterung der 3R hat für die Erstellung des Wiener Gleichstellungsmonitor insofern keine Relevanz, als der Monitor weniger auf die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen fokussiert als vielmehr auf die sich innerhalb der gegebenen Strukturen verändernden Realitäten.

Anmerkung 4

De Neufille (1975) veranschlagte beispielsweise zehn Jahre für einen guten Indikator (zitiert nach Eckstein forthcoming).

Anmerkung 5

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Anmerkung 6

Mit zwei bis sieben Oberzielen pro Themenfeld und deren Konkretisierung durch Unterziele enthielt der Gleichstellungs-zielekatalog 73 Oberziele mit rund 370 Unterzielen.

Anmerkung 7

Zwischen Dezember 2012 und April 2013 fanden elf halbtägige Workshops statt. In einigen Workshops wurden mehrere Themen behandelt: Aus- und Weiterbildung; bezahlte und unbezahlte Arbeit; Gesundheit; politische Partizipation; Sexua-lität und Gewalt; Einkommen und Armut; soziale Sicherheit; Wohnen und öffentlicher Raum; Mobilität und Umwelt; Frei-zeit und Sport; Kunst, Kultur, Medien und IKT.

Anmerkung 8

Im Folgenden werden aus Gründen der Lesbarkeit Gleichstellungzielsetzung und Gleichstellungsdimension synonym ver-wendet.

Anmerkung 9

Der Indikator E2 wird ab Ablauf der Sperrfrist der Daten veröffentlicht.